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Sprung über die Elbe
25.12.2015 16:55 (1457 x gelesen)

Sprung über die Elbe

(ReGe Hamburg 3. März 2006)

In den 60er Jahren hat Bürgermeister Herbert Weichmann behauptet, dass Hamburg´s Zukunft im Süden liegt. Er hat damals aber nicht gesagt, ob er die nahe oder ferne Zukunft meint. So ist Weichmann´s Verheißung immer wieder mit der Wirklichkeit verglichen worden.

Die Einweihung "Neues Stadtmodell - Sprung über die Elbe" zeigt, dass die Zukunft heute begonnen hat. Den Anfang hat das Nachdenken über die Metropolregion gemacht. Ich darf Wolfgang Peiner mit einer These zur Weiterentwicklung der Metropolregion zitieren: "Hamburg versteht sich nicht nur als Stadtstaat, sondern als Kern einer Metropolregion auf beiden Seiten der Elbe: Der Fluss trennt nicht, sondern verbindet."

Flüsse verbinden in der Fließrichtung und trennen die Ufer. Auch der Sprung über die Elbe war immer eine Herausforderung. Wie diese Anfang des 19ten Jahrhunderts aussah, hat der Syndicus Sieveking im Jahre 1818 folgendermaßen beschrieben: "Der gefahrvollste Teil meiner Reise von Brasilien nach Hamburg war der Übergang über die Elbe von Harburg nach Hamburg, über die Insel Wilhelmsburg, die ich teils zu Schiffe, teils auf einem Bauernwagen über Wilhelmsburg, teils zu Fuße zwischen zwei Schiffen, auf deren lange Stangen ich mich stützten musste, zu bewältigen genötigt war." 

Die verkehrsmäßige Verbindung zwischen der Norder- und Süderelbe ist heute kein Problem mehr. Die hauptsächlichen Verkehrsachsen verlaufen von Norden nach Süden, haben aber den Nachteil, dass sie auf den Elbinseln wie Trennlinien wirken. Mit dem Sprung über die Elbe soll u.a. dieser städtebauliche Nachteil beseitigt werden.

Im Süden beginnt bzw. endet der Sprung über die Elbe heute im Harburger Binnenhafen mit der Schlossinsel und dem benachbarten Channel Harburg. Für die Internationale Bauausstellung soll dieser Bereich ein Experimentierfeld für Architektur und Städtebau sein. Das Miteinander von neuen Wohnwelten und maritimer Hafenwirtschaft soll erprobt werden.

Damit kommt auch die Wachstumsinitiative Süderelbe AG ins Spiel, die ein starkes Interesse an der städtebaulichen Neuorientierung nach Süden hat. Dies erklärt sich mit der Aufgabenstellung der Süderelbe AG, die zu dem Zweck gegründet wurde, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Raumes Süderelbe zu leisten. Zur Süderelbe gehören dabei nicht nur die niedersächsischen Landkreise von Lüneburg bis Stade, sondern auch Harburg. Die Tätigkeit der Süderelbe AG erstreckt sich also über Gemeinde-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg.

Die Süderelbe AG arbeitet nach der Clustermethode, wobei die maritime Wirtschaft an der Süderelbe ein Cluster sein wird. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass auch die Entwicklung des Harburger Binnenhafens Anknüpfungspunkte für eine gemeinsame Arbeit innerhalb des Sprungs über die Elbe bieten kann.

Für diesen Sprung stellt sich mir darüber hinaus die Frage, ob er tatsächlich im Harburger Binnenhafen enden muss. Ich könnte mir auch einen so genannten Dreisprung vorstellen, der in der HafenCity beginnt, aber nicht auf den Elbinseln und dem Harburger Binnenhafen endet, sondern in die Region Süderelbe weiterreicht. Dies jedenfalls wäre der logische Schlusspunkt für die Weiterentwicklung der Metropolregion Hamburg.

Der Sprung über die Elbe ist eine Jahrhunderaufgabe, die mindestens zwei Generationen beschäftigen wird. Wir sollten deshalb schon heute nicht mehr in Stadtstaaten oder Kreisen, sondern in Wirtschaftsregionen denken. Der Sprung über die Elbe ist hierfür ein hoffnungsvoller Ansatz.


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